Nathan 575

Eine Veranstaltung des Erinnerungsbüros.


Eine besondere Art der künstlerischen Geschichtsaufarbeitung ist die szenischen Installation „Nathan 575“. In der ehemaligen Synagoge St. Pölten, dem zentralen Ort des früheren jüdischen Lebens der Stadt, entsteht eine temporäre Bühne in Form einer Chuppa, eines Hochzeitsbaldachins. Ludwig Wüst, dessen Spielfilmeregelmäßig auf renommierten Festivals zu sehen sind, und seine künstlerische Partnerin Maja Savic setzen mit drei Schauspieler*innen und einem Akkordeonisten ausgewählte Texte aus G. E. Lessings „Nathan der Weise“ in Szene und bringen sie mit Stimmen jüdischer Zeitzeug*innen aus Niederösterreich in einen Dialog. Diese berührenden Stimmen aus Originaldokumenten wie Briefen geben Auskunft darüber, wie Jüdinnen und Juden den aufkommenden Nationalsozialismus, die Jahre der Flucht und das Schicksal ihrer Verwandten erlebt haben. Der persönliche Blick der Zeitzeug*innen macht die Dringlichkeit der Lessing’schen Ideale von Toleranz und Aufklärung spürbar und verbindet sie mit Bildern unserer Gegenwart von zerstörerischer Machtpolitik, Flucht und Krieg.


27.05.22, 19:30,

31.05.22, 19:30

in der ehemaligen Synagoge in St. Pölten